Bürgerinitiative Glasfaser jetzt!

Am 29. Mai 2017 hat sich in Bad Driburg die Bürgerinitiative „Glasfaser jetzt!“ gegründet.

 

Ziel der Bürgerinitiative ist es über die fachlichen Zusammenhänge aufzuklären, den Breitbandausbau mittels Glasfaser deutlich voranzubringen und dafür zu sorgen, dass alle Fördermittel in voller Höhe genutzt werden. Es geht inzwischen nicht mehr um Anschlüsse mit 50 Mbit/s oder darunter, sondern um die Gigabitgesellschaft.

Wilk Spieker, Markus Pastoors, Alexander Bieseke und Stefan Krämer

„Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass nach dem neuen DigiNetz-Gesetz bei allen Straßenbauarbeiten und Neubaugebieten Glasfaserleitungen mitverlegt werden, und zwar bevor die abschließende Teerdecke daraufkommt, so Alexander Bieseke, ehemaliger Verwaltungsangestellter. Minister Dobrindt führt aus: „In Zukunft gilt: Jede Baustelle bringt Bandbreite.“ Viele Straßen müssen dann nicht mehr doppelt aufgerissen werden, was Zeit und Geld spart. Fraglich ist auch, ob die Abgabe der Zuständigkeit an den Kreis bzw. an die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung zu einem Ausschöpfen sämtlicher Fördergelder und damit zu der bestmöglichen Versorgung mit Breitbandanschlüssen flächendeckend für Bad Driburg positiv zu bewerten ist.

 

Wir wollen nicht, dass Bad Driburg in zwei Teile zerfällt: Häuser mit und Häuser ohne Glasfaseranschluss.  Mitbegründer Stefan Krämer, (Gymnasiallehrer, für Mathematik und Informatik), bemängelt: „Der Kreis Höxter ist der Kreis in NRW mit der geringsten Übertragungsgeschwindigkeit, und in den Ortschaften von Bad Driburg sind die Geschwindigkeiten besonders niedrig.  Auch stimmen die Geschwindigkeitsangaben auf dem Breitband-Atlas und den NGA-Karten nicht mit den tatsächlichen Werten überein.“ Die Meldung von 2014, dass im Kreis Höxter „nahezu flächendeckend 16 Mbit/s“ ausgebaut sei, trifft nicht zu.

 

Glasfaseranbindungen werden derzeit von allen politischen Parteien gefordert. Sie sind wichtig für den Standortfaktor einer Stadt, für Wohnen und Gewerbe. Auch stellen sie eine erhebliche Wertsteigerung eines Objektes dar. Wohnungen und Gewerbeobjekte ohne Glasfaseranschluss werden mittel- bis langfristig nicht mehr zu vermieten sein. Die Datenübertragungsraten werden zukünftig weiter rasant ansteigen. Sie verdoppeln sich etwa alle 21 Monate.

 

So fordert die Bürgerinitiative mit einem Bürgerantrag an die Stadt Bad Driburg, dass diese sich auch hier endlich nachhaltig mit dem Thema Breitbandausbau über Glasfasertechnik (FTTC/FTTH) auseinandersetzt.

 

Es gab zwar schon Bemühungen seitens der Stadtverwaltung, jedoch erscheint dies der Bürgerinitiative als deutlich zu wenig. In der Vergangenheit mangelte es beim Thema Breitbandausbau auch deutlich an Transparenz, kritisiert Gründungsmitglied Alexander Bieseke.

 

Die meisten Bürger können sich unter diesem zukunftsweisenden Thema konkret nicht genug vorstellen. Auch der derzeitige Stadtrat ist kaum hinreichend informiert.   „Gerade in den Ortschaften Siebenstern, Neuenheerse, Kühlsen, Pömbsen, Dringenberg, Herste, Langeland, Erpentrup, Reelsen und Alhausen sind die Geschwindigkeiten mit 1-5 Mbit/s weit entfernt von einer nutzbaren Geschwindigkeit“, so Markus Pastoors, ebenfalls Gründungsmitglied, der selbst als Techn. Fachwirt für Telekommunikation tätig ist.

 

Geld für den Ausbau ist aktuell noch genug da, es muss von der Stadt nur beantragt werden. Es stehen hierfür Fördermittel von EU, Bund und Land zur Verfügung.  „Die Bürgerinitiative plant in nächster Zeit eine öffentliche Bürgerversammlung und auch in den nächsten Wochen die Aktivitäten der Stadtverwaltung genau zu beaobachten“ so Wilk Spieker (Diplom Sozial Pädagoge) und bei regelmäßigen Treffen das weitere Vorgehen zu besprechen. Auch er zählt zu den Gründungsmitgliedern.

 

Wir möchten die Bürger bitten, kritisch die Geschwindigkeit ihrer Internetanbindung im Hinblick auf  die „Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes“ zu bewerten und bei Bedarf gern Kontakt mit uns aufzunehmen.