Die Bürgerinitiative zum Gasunfall

Unfallstelle (Markusstraße /Pyrmonter Straße)

Gefahrenpotenzial des Horizontal-Bohrspül-Verfahrens

Es gibt viele verschiedene Verlegetechniken, die alle Vor- und Nachteile haben. Ein großer Nachteil des Horizontal-Bohrspül-Verfahrens ist, dass kein FTTH mitverlegt werden kann. Die TK-Rohre erlauben neben der flachen Verlegetiefe keine Hausabzweigungen. Diese sind nur in offener Bauweise möglich.

Ein erhebliches Risiko besteht, wenn sich querende Leitungen treffen. Dies ist jetzt in Bad Driburg bereits an mehreren Stellen passiert:

(1) Anbohren einer Erdgasleitung im Bereich Pyrmonter Str./Markusstr. mit erheblichem Gasaustritt und Gasalarm

(2) Durchtrennung von zwei Koax-Leitungen im Bereich Schlesische Str.19

(3) Zerstörung einer Glasfaserleitung von Vodafone im Bereich Markus-Klinik

Beim Schaden an der Erdgasleitung am vergangenen Samstag, 25.11.17 wurde ausgehend vom KVz „Auf dem Engern“ versucht, mittels einer Horizontal-Bohrung die Pyrmonter Str. zu unterqueren. Kurz vor Erreichen der Zielgrube wurde mit dem Bohrkopf die nicht auf der Straße angezeichnete Erdgasleitung (15cm Durchmesser) mittig getroffen. Hierbei sind größere Gasmengen in das Erdreich ausgetreten. Da die Gasleitung in diesem Bereich über keine Absperrhähne verfügte, musste diese an drei Stellen freigelegt und abgeklemmt werden. Die Reparatur dauerte ca. drei Stunden  und verursachte hohe Kosten, die nun auf den Bürger umgelegt werden müssen.

Tragisch bei dieser Bohrung ist, dass sie nach dem Ausbauplan nicht für eine Glasfaserleitung dient, sondern nur für ein Kupfer-Querkabel zur Ertüchtigung des KVz „Auf dem Engern“.

An dieser Stelle wäre keine Straßenunterquerung erforderlich.

Bei einem FTTH-Ausbau wäre dies nicht passiert, da hierbei immer im offenen Verfahren (meistens in 40cm Mindertiefe) gearbeitet wird. Straßenunterquerungen werden nur an vorher besonders geplanten Stellen durchgeführt, da die Leitungen stets beidseits der Straße verlaufen. Dies sind meistens größere Kreuzungsbereiche, die bereits mit ausreichend dimensionierten Schachtanlagen oder größeren Leerrohren ausgestattet und stets sehr gut dokumentiert sind.

Ziel ist dabei, ein langfristig übersichtliches Leitungsnetz aufzubauen und wilde, spontane Verlegungen zu vermeiden.